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Sozialberichterstattung (Glossar)

Glossar

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Altersabgrenzung

Im Rahmen der Sozialberichterstattung wird - zur besseren Vergleichbarkeit der Zeitreihen - die Altersabgrenzung für die Gruppe der Personen im Alter von 15 bis unter 65 Jahren nachgewiesen. Dies gilt insbesondere für die Erwerbslosenquote, die Langzeiterwerbslosenquote, die Erwerbstätigenquote sowie die Erwerbsquote. Zu abweichenden Altersabgrenzungen siehe die entsprechenden Ausführungen in diesem Glossar.

Äquivalenzeinkommen

Das Äquivalenzeinkommen ist ein bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen je Haushaltsmitglied, das ermittelt wird, indem das Haushaltsnettoeinkommen durch die Summe der Bedarfsgewichte der im Haushalt lebenden Personen geteilt wird. Nach EU-Standard wird zur Bedarfsgewichtung die neue OECD-Skala verwendet. Danach wird der ersten erwachsenen Person im Haushalt das Bedarfsgewicht 1 zugeordnet, für die weiteren Haushaltsmitglieder werden Gewichte von < 1 eingesetzt (0,5 für weitere Personen im Alter von 14 und mehr Jahren und 0,3 für jedes Kind im Alter von unter 14 Jahren), weil angenommen wird, dass sich durch gemeinsames Wirtschaften Einsparungen erreichen lassen.

Arbeitskräfteerhebung

Die Arbeitskräfteerhebung (AKE) (englisch: Labour Force Survey (LFS)) ist eine auf der Basis einheitlicher Definitionen, Klassifikationen und einer einheitlichen Liste von Merkmalen mit harmonisierten Methoden regelmäßig durchgeführte Stichprobenbefragung von Privathaushalten (Rechtsgrundlage: EU-Ratsverordnung Nr. 577/98). Die AKE ist eine einzigartige Informationsquelle für vergleichbare europäische Arbeitsmarktdaten, die demographische, soziale und wirtschaftliche Merkmale für Erwerbstätige, Erwerbslose und Nichterwerbspersonen erfasst. Die Erhebung ist in Deutschland in den Mikrozensus integriert.

Armutsgefährdungsquote

Die Armutsgefährdungsquote ist ein Indikator zur Messung relativer Einkommensarmut und wird definiert als der Anteil der Personen, deren Äquivalenzeinkommen weniger als 60% des Medians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung (in Privathaushalten) beträgt.

Armutsgefährdungsschwelle

Die Armutsgefährdungsschwelle wird bei 60% des Medians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung (in Privathaushalten) festgelegt.

Einkommensarmut (relative)

Als relativ einkommensarm gelten nach Definition der Europäischen Union Personen, deren Äquivalenzeinkommen weniger als 60% des Medians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung (in Privathaushalten) beträgt.

Einkommensreichtum (relativer)

Als relativ einkommensreich gelten hier Personen, deren Äquivalenzeinkommen mehr als 200 % des Medians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung (in Privathaushalten) beträgt.

Erwerbsfähigkeit im Sinne des SBG II

Als erwerbsfähig im Sinne des SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) gilt, wer unter den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarkts mindestens drei Stunden pro Tag arbeiten kann.

Die SGB II-Leistungen setzten sich zusammen aus dem Arbeitslosengeld II (ALG II) und dem Sozialgeld. Erwerbsfähige Hilfeberechtigte im Alter von 15 bis unter 65 Jahren erhalten ALG II. Die im Haushalt der ALG II-Empfänger/-innen lebenden nicht erwerbsfähigen Familienangehörigen (vor allem Kinder) erhalten Sozialgeld.

Erwerbslose

Als erwerbslos gilt im Sinne des durch die EU konkretisierten Labour-Force-Konzepts der International Labour Organization (ILO) jede Person im Alter von 15 bis unter 65 Jahren, die in diesem Zeitraum nicht erwerbstätig war, aber in den letzten vier Wochen vor der Befragung aktiv nach einer Tätigkeit gesucht hat. Auf den zeitlichen Umfang der gesuchten Tätigkeit kommt es nicht an. Eine neue Arbeit muss innerhalb von zwei Wochen aufgenommen werden können. Die Einschaltung einer Agentur für Arbeit oder eines kommunalen Trägers in die Suchbemühungen ist nicht erforderlich. Personen im erwerbsfähigen Alter, die weder erwerbstätig noch erwerbslos sind, gelten als Nichterwerbspersonen.

Erwerbslosenquote

Anteil der Erwerbslosen im Alter von 15 bis unter 65 Jahren an den Erwerbspersonen (Erwerbstätige und Erwerbslose). Indikatorenbildung auf Grundlage der definitorischen Abgrenzungen von Eurostat. Die Quote bezieht sich auf Personen in Privathaushalten, ohne Grundwehr- und Zivildienstleistende.

Erwerbspersonen

Die Summe aus Erwerbstätigen und Erwerbslosen bildet die Erwerbspersonen.

Erwerbsquote

Anteil der Erwerbspersonen (Erwerbstätige und Erwerbslose) im Alter von 15 bis unter 65 Jahre an der Bevölkerung derselben Altersgruppe. Indikatorenbildung auf Grundlage der definitorischen Abgrenzungen von Eurostat. Die Quote bezieht sich auf Personen in Privathaushalten, ohne Grundwehr- und Zivildienstleistende.

Erwerbstätige

Erwerbstätig im Sinne des durch die EU konkretisierten Labour-Force-Konzepts der International Labour Organization (ILO) ist jede Person im erwerbsfähigen Alter (15- bis unter 65-Jährige), die in einem einwöchigen Berichtszeitraum mindestens eine Stunde lang gegen Entgelt oder im Rahmen einer selbstständigen oder mithelfenden Tätigkeit gearbeitet hat, unabhängig davon, ob sie zum Beispiel arbeitslos gemeldet ist oder Altersrente bezieht. Ebenfalls zu den Erwerbstätigen werden Personen gezählt, die im Berichtszeitraum nicht gearbeitet haben, aber in einem formalen Beschäftigungsverhältnis stehen, das sie wegen Krankheit, (Sonder-)Urlaub oder Erziehungsurlaub nicht ausüben (Unterbrecher).

Zu den Erwerbstätigen zählen abhängig Beschäftigte, Selbständige und unbezahlt mitarbeitende Familienangehörige.

Erwerbstätigenquote

Anteil der Erwerbstätigen im Alter von 15 bis unter 65 Jahren an der Bevölkerung entsprechender Altersgruppe. Indikatorenbildung auf Grundlage der definitorischen Abgrenzungen von Eurostat. Die Quote bezieht sich auf Personen in Privathaushalten, ohne Grundwehr- und Zivildienstleistende.

EU-SILC

Die Erhebung EU-SILC (European Union Statistics on Income and Living Conditions) wird seit 2005 in allen EU-Mitgliedsstaaten sowie in Norwegen und Island durchgeführt, in Deutschland läuft sie unter der Bezeichnung LEBEN IN EUROPA. EU-SILC dient der Erhebung aktueller und vergleichbarer multidimensionaler Quer- und Längsschnitt-Mikrodaten über Einkommen, Armut, soziale Ausgrenzung und Lebensbedingungen. Sie ist im Europäischen Statistischen System (ESS) verankert.

Weitere Informationen enthalten die Datenquellenbeschreibung sowie die Seiten des Statistischen Bundesamtes, der Europäischen Kommission und von EUROSTAT.

Gini-Koeffizient

Der Gini-Koeffizient ist ein Maß der relativen Konzentration beziehungsweise Ungleichheit und kann einen Wert zwischen Null und Eins annehmen. Im Falle der Gleichverteilung ergibt sich für den Gini-Koeffizienten ein Wert von Null und im Falle der Konzentration des gesamten Einkommens auf nur eine Person ein Wert von 1.

ISCED (International Standard Classification of Education)

Das Qualifikationsniveau wird entsprechend der internationalen Standardklassifikation des Bildungswesens (ISCED, Fassung von 1997) bestimmt. Danach fallen geringqualifizierte Personen in die ISCED-Stufe 0-2, das bedeutet Hauptschul- oder Realschulabschluss bzw. keinen Hauptschulabschluss sowie keinen beruflichen Bildungsabschluss. Personen mit mittlerer Qualifikation fallen in die ISCED-Stufen 3 und 4, d.h. (Fach)- Hochschulreife und/oder Abschluss einer Lehrausbildung oder berufsqualifizierender Abschluss an einer Berufsfachschule, oder Abschluss eines einjährigen Bildungsgangs für Gesundheits- und Sozialberufe oder Beamtenausbildung (mittlerer Dienst). Hohe Qualifikation bezieht sich auf die ISCED-Stufen 5 und höher, d.h. Abschluss eines 2 oder 3 jährigen Bildungsgangs für Gesundheits- oder Sozialberufe, Meister-/Techniker oder gleichwertiger Fachschulabschluss oder (Fach-)Hochschulabschluss (z.B. Bachelor, Master). Die neue ISCED 2011 wurde im Rahmen der Sozialberichterstattung noch nicht angewandt, damit die Zeitreihen für mittlere und hohe Qualifikation zwischen den Jahren 2013 und 2014 keinen Bruch aufweisen.

Labour-Force-Konzept

Das Labour-Force-Konzept der International Labour Organization (ILO) ermöglicht internationale Vergleiche von Arbeitsmärkten. In der Konkretisierung der EU ist der Ausgangspunkt nicht die Gesamtbevölkerung, sondern die Gesamtheit aller in Privathaushalten lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter ohne Grundwehr- und Zivildienstleistende. Das sind in Deutschland die über 15-Jährigen (Erwerbsbevölkerung).
Die Erwerbsbevölkerung wird zunächst in zwei Gruppen eingeteilt:

Weiterführende Informationen

Langzeiterwerbslosenquote

Anteil der Erwerbslosen, die bereits 12 Monate oder länger erwerbslos sind, an den Erwerbspersonen.

Median

Der Median ist der mittlere Wert einer aufsteigend geordneten Datenreihe. Ober- beziehungsweise unterhalb des Medians liegt jeweils die Hälfte der Fälle.

Migrationshintergrund

Als Person mit Migrationshintergrund gilt, wer eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt, oder im Ausland geboren wurde und nach 1949 zugewandert ist, oder in Deutschland geboren ist und eingebürgert wurde, oder zumindest ein Elternteil hat, das zugewandert ist, eingebürgert wurde oder eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt.

Mikrozensus

Der Mikrozensus („kleine Volkszählung“) ist die größte Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik. Er dient dazu, die Datenlücke zwischen zwei Volkszählungen zu schließen. Jährlich werden rund 1 % aller Personen in Privathaushalten und Gemeinschaftsunterkünften befragt. Da die Auskunfterteilung im Mikrozensus verpflichtend ist, liefert er auch für Personengruppen zuverlässige Ergebnisse, die üblicherweise in Bevölkerungsbefragungen schwierig zu erreichen sind. Der Mikrozensus liefert statistische Informationen in tiefer fachlicher und regionaler Gliederung über die Bevölkerungsstruktur, die wirtschaftliche und soziale Lage der Bevölkerung, insbesondere die Erwerbstätigkeit, Arbeitsuche, Aus- und Weiterbildung, Wohnverhältnisse und Gesundheit. Die Arbeitskräfteerhebung der Europäischen Union ist in Deutschland in den Mikrozensus integriert. Zudem dient der Mikrozensus zahlreichen Erhebungen (wie z.B. der EVS und EU-SILC) als Hochrechnungsrahmen und Kontrollinstrument.

Weitere Informationen erhalten die Datenquellenbeschreibung sowie die Seiten des Statistischen Bundesamtes

Mindestsicherungsquote

Die Mindestsicherungsquote ist ein zusammengefasster Indikator, der den Anteil der Empfänger/-innen von Mindestsicherungsleistungen an der Gesamtbevölkerung darstellt.
Zu den Leistungen der Mindestsicherung zählen folgende Hilfen:

Regelaltersgrenze

Im Rahmen der Grundsicherung nach SGB II und XII sowie für die gesetzliche Rentenversicherung gilt die Regelaltersgrenze. Im Allgemeinen wird von einem Renteneintrittsalter von 65 Jahren ausgegangen. Dies gilt für Geburtsjahrgänge 1947 und älter. Für Personen, die im Jahr 1947 oder später geboren sind, wird die Altersgrenze sukzessive bis auf 67 Jahre für die ab dem Jahr 1964 Geborenen angehoben. Erstmals sind ab dem 1. Januar 2012 die Personen des Geburtsjahrgangs 1947 von dieser Anhebung betroffen. Für sie gilt eine Altersgrenze von 65 Jahren und 1 Monat. Für den Geburtsjahrgang 1948 gilt eine Altersgrenze von 65 Jahren und 2 Monaten, usw.



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